Naturschutzgebiet "Rhäden"

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Der Rhäden war einst eines der größten Feuchtgebiete im hessisch-thüringischen  Grenzland und damit Lebensraum einer äußerst vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Nach mehrfachen Trockenlegungsphasen seit dem Jahre 1859 erfolgte langjährige Grünland- und Ackernutzug, später aber auch großflächige Verbrachung. Heute ist der Rhäden dank gestaltender Renaturierungsmaßnahmen seit  den 70er Jahren  eines der bedeutendsten Rastgebiete für Wat-, Wasser- und Wiesenvögel in Hessen und Thüringen. Zudem stellt der Komplex aus thüringischem und hessischem Naturschutzgebiet einen besonders wichtigen Bestandteil des Verbundsystems "Feuchtbiotope der Werraaue" und des  "Grünen Bandes"  in Thüringen dar. 

Eine Auenlandschaft von überregionaler  Bedeutung als Lebensraum bedrohter und gefährdeter Vogelarten sowie zahlreicher anderer, seltener  Tier- und Pflanzenarten erwartet Ihren Besuch.

Wer sein Auto am Rande des Naturschutzgebietes stehen läßt, der kann nach ein paar hundert Metern den Rhäden genießen. Die Ruhe  wird jedem Besucher wohltun, eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt wird ihn überraschen.

Insgesamt sind im Rhäden drei Aussichtsplattformen  vorhanden, an denen  man bei der Rundwanderung vorbeikommt. 

Weiterhin steht in Wildeck-Obersuhl ein Informationszentrum offen. Verschiedene Ausstellungen informieren über die schützenswerten Lebensräume im mittleren Werratal, über den Wald und über die Verbindungen zwischen  Landwirtschaft und Naturschutz.

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Den Dankmarshäuser Rhäden bevölkern seit März 2015  19 Heckrinder

Diese Rinder sind das ganze Jahr über draußen und suchen sich ihr Futter selbst..
Für die Heckrinder, darunter drei Bullen wurde eine Fläche von 22 Hektar eingezäunt. Später, nach der Eingewöhung der Rinder soll die Fläche bis auf 100 Hektar erweitert werden.

Diese Heckrinder sind eine Rückzüchtung des Auerochsen, des Urvaters aller Hausrindrassen. Die Brüder Heck haben in den 1930er Jahren begonnen, besonders robuste und gegen Krankheiten widerstandsfähige Hausrindrassen zu kreuzen.

Geplant ist, 25 Heckrinder und 10 Exmoor Ponys (wildartige Kleinpferde) im Rhäden anzusiedeln.

Die Rinder beeindrucken durch ihre großen Hörner und dem dunklen, fast schwarzen Fell die Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger. Wenn man Glück hat, befinden sich diese Tiere auf den Weideflächen nahe den Wegen.

        


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Zehn Exmoor-Ponys leben seit dem 22. Oktober 2015 im Naturschutzgebiet Rhäden. Sie teilen sich nun die ca. 80 Hektar große Fläche mit den Heckrindern, deren Zahl bereits auf 30 Tiere herangewachsen ist.

Durch die Beweidung dieser Fläche werden auch andere Pflanzen- und Tierarten profitieren, wie z.B. die Bekassine, eine Schnepfenvogelart.

In dem länderübergreifenden Naturschutzgebiet Rhäden wurden etwa 240 Vogelarten gezählt.


                                                                   Plakat

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                                                     Fotos der Heckrinder im Juli 2016

      juli 1       juli 4         

       juli 5       juli 7      


Artikel aus der Thüringer Allgemeinen vom 28. Juli 2016

Rinder bringen mehr Wiesenbrüter in Schutzgebiet Rhäden  

Nabu-Projekt zur extensiven Beweidung in Dankmarshausen fast abgeschlossen. Mehr Lebensraum auch für Amphibien

Eine extensive Beweidung ist gut für die Artenvielfalt. Zu diesem Ergebnis kommt der Naturschutzbund (Nabu) Thüringen beim Abschluss des extensiven Beweidungsprojektes im Naturschutzgebiet im Dankmarshäuser Rhäden. 76 Hektar wurden hier eingezäunt, wie Projektmanager Rene Sollmann vom Nabu Thüringen am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung erklärt.
Der Zaunbau für die Wildrinder und die Exmoor-Ponys sei so gut wie abgeschlossen, berichtet der Fachmann. Diese Form der Beweidung peppt auch den Lebensraum für Amphibien und Wiesenbrüter in Natura-2000-Gebieten in Thüringen auf.
Die Projekte wie im Rhäden oder auch im Landkreis Gotha bei Wölfis sowie in Bendeleben im Kyffhäuserkreis werden über Mittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes und des Freistaates Thüringen finaziert.
Sollmann, der gemeinsam mit Ina Zeller das Projekt "Frosch- und Vogelweiden" beim Nabu koordiniert, kann bereits im Rhäden einen positiven Trend durch die Veränderungen feststellen. "Wir wissen bereits, dass die Art der Beweidung und des Tiermanagements zu einer Erhöhung der Wiesenbrüterarten führt", so Sollmann.
Auch andere Vogelarten kommen in dem Projekt nicht zu kurz. Für den Weißstorch seien im Umfeld des Dankmarshäuser Naturschutzgebietes Nisthilfen aufgestellt worden. Auch Röhren für Steinkäuze sollen kommen. Der Experte geht davon aus, dass sich die Steinkäuze auch hier ansiedeln, die Art der Beweidung schaffe für sie gute Bedingungen. Im Rhäden seien laut Nabu immer mehr Kiebitze, Bekassinen und Wiesenpieper zu bemerken.
Die ganzjährige extensive Beweidung soll helfen, langfristig wertvolle Lebensräume für Amphibien und Wiesenbrüter zu erhalten. Die Wiedervernässung hilft, die natürlichen Wasserverhältnisse für diese Arten wiederherzustellen. Dies belegen laut Nabu bereits Brutvogelkartierungen aus dem Vorgängerprojekt "Wiesenbrüter II".